Wie wird der Winter? Meteorologen wagen erste Prognosen – doch die Natur kann uns überraschen
Ein milder Winter, wenig Schnee und strengere Fröste möglicherweise erst in der zweiten Winterhälfte. Solche Prognosen sind vor der heurigen Heizsaison immer wieder zu hören. Dabei spielt auch das starke Klimaphänomen El Niño eine Rolle, das die Wetterentwicklung in vielen Teilen der Welt beeinflusst. Steht uns also erneut ein milder Winter bevor? Und lohnt es sich überhaupt, sich auf längere Kälteperioden vorzubereiten?
Jeden Herbst ist es dasselbe. Sobald die Morgen kühler werden und der erste Rauch aus den Kaminen aufsteigt, tauchen die ersten Prognosen für den kommenden Winter auf. Mal ist von Rekordkälte die Rede, dann wieder von beinahe frühlingshaften Temperaturen mitten im Jänner.
Tatsächlich lässt sich der Charakter eines Winters mehrere Monate im Voraus nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit abschätzen. Daran ändern auch die heutigen, deutlich leistungsfähigeren Wettermodelle nichts. Das Wetter hält eben immer wieder Überraschungen bereit.
Was sagen die Prognosen über den Winter 2026/2027?
Aktuelle saisonale Vorhersagen des europäischen Klimadienstes Copernicus deuten darauf hin, dass in weiten Teilen Europas ein überdurchschnittlich milder Winter möglich ist.
Das würde bedeuten, dass die Durchschnittstemperaturen während der Wintermonate voraussichtlich über dem langjährigen Mittel liegen. Daraus lässt sich allerdings nicht schließen, dass Frost ausbleibt oder Schnee nur in höheren Lagen fällt.
Auch ein insgesamt milder Winter kann einzelne Tage oder sogar Wochen mit deutlicher Kälte bringen. Ebenso ist es möglich, dass der Winter vergleichsweise warm beginnt und erst später deutlich kälter wird.
Ob die strengsten Fröste im Dezember, im Jänner oder erst im Februar auftreten, lässt sich derzeit nicht zuverlässig vorhersagen. Auch die Schneemengen in einzelnen Regionen sind noch ungewiss.
Eines steht jedoch fest: Die durchschnittliche Wintertemperatur sagt wenig darüber aus, wie oft wir zu Hause kräftig einheizen müssen.
Was ist El Niño und warum ist derzeit so oft davon die Rede?
Bei den heurigen Winterprognosen spielt auch das Klimaphänomen El Niño eine Rolle.
Dabei handelt es sich um ein natürliches Phänomen, bei dem sich das Oberflächenwasser im tropischen Pazifik entlang des Äquators ungewöhnlich stark erwärmt. Diese Veränderung beeinflusst die atmosphärische Zirkulation und damit auch die Verteilung von Temperaturen und Niederschlägen in verschiedenen Teilen der Welt.
Nach Angaben der US-amerikanischen Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA ist El Niño im Oktober 2026 besonders stark ausgeprägt. Seine Auswirkungen könnten auch während des kommenden Winters anhalten.
Für Europa gibt es allerdings keine einfache Regel, wonach ein starker El Niño automatisch einen milden, schneearmen Winter bedeutet.
Das Wetter in Europa wird von zahlreichen weiteren Faktoren beeinflusst. Dazu gehören etwa die Luftströmungen über dem Atlantik, die Verteilung der Hoch- und Tiefdruckgebiete sowie Veränderungen der atmosphärischen Zirkulation in den nördlichen Breiten.
Saisonale Wetterprognosen liefern daher eine hilfreiche Orientierung, aber keinen genauen Fahrplan für die kommenden Monate.
Ein milderer Winter bedeutet nicht, dass wir nicht heizen müssen
Sollte der Winter tatsächlich milder ausfallen, könnten Haushalte weniger Heizenergie benötigen als während einer langen Frostperiode. Wie hoch der tatsächliche Verbrauch ausfällt, hängt allerdings nicht nur von der Außentemperatur ab.
Auch andere Faktoren spielen eine wichtige Rolle: die Größe der beheizten Räume, die Wärmedämmung des Gebäudes, die gewünschte Raumtemperatur, der Wirkungsgrad der Heizanlage und nicht zuletzt die Art, wie geheizt wird.
Außerdem beginnt die Heizsaison nicht erst mit dem ersten Schnee. In vielen Haushalten wird bereits an kühlen September- und Oktoberabenden eingeheizt, und oft reicht die Heizperiode bis weit ins Frühjahr hinein.
Gerade in der Übergangszeit lohnt es sich, die Heizleistung an den tatsächlichen Bedarf anzupassen. Nicht mehr als nötig, aber ausreichend, damit es zu Hause angenehm warm ist.
Fünf Dinge, die sich unabhängig von der Wetterprognose lohnen
1. Heizgerät und Kamin überprüfen lassen
Bevor regelmäßig geheizt wird, sollte sich die Heizanlage in einem einwandfreien technischen Zustand befinden.
Denken Sie an die vorgeschriebenen Überprüfungs- und Reinigungsintervalle für Ihre Feuerstätte und die Abgasanlage sowie an die Wartung nach den Vorgaben des Herstellers.
Ein ordnungsgemäß gewartetes Heizgerät und ein sicherer Betrieb sind wichtige Voraussetzungen für eine zuverlässige Wärmeversorgung.
2. Auf hochwertige und geeignete Brennstoffe achten
Ganz gleich, ob Sie mit Holzbriketts oder Holzpellets heizen: Die Qualität des Brennstoffs spielt eine wesentliche Rolle.
Achten Sie beim Kauf insbesondere auf den Feuchtigkeitsgehalt, den Heizwert, den Aschegehalt und darauf, ob der Brennstoff für Ihr Heizgerät geeignet ist.
Bei Holzpellets kann auch die ENplus-Zertifizierung eine hilfreiche Orientierung bei der Beurteilung der Qualität bieten.
3. Brennstoffe richtig lagern
Holzbriketts und Holzpellets müssen vor Wasser und Feuchtigkeit geschützt werden.
Lagern Sie die Brennstoffe an einem trockenen Ort, möglichst in unbeschädigten Verpackungen und entsprechend den Empfehlungen des Herstellers.
4. Nicht mehr heizen als notwendig
Wer Räume unnötig stark aufheizt, verbraucht mehr Energie als nötig.
Allerdings ist es auch keine gute Lösung, das Feuer durch eine übermäßige Drosselung der Luftzufuhr dauerhaft schwelen zu lassen, wenn dies nicht den Vorgaben des Geräteherstellers entspricht.
Eine solche Verbrennung kann zu erhöhten Schadstoffemissionen und stärkeren Ablagerungen im Heizgerät und im Abgassystem führen.
5. Brennstoffvorräte mit Augenmaß planen
Sich auf den Winter vorzubereiten bedeutet nicht, möglichst große Mengen auf Vorrat zu kaufen.
Orientieren Sie sich lieber am Verbrauch der vergangenen Heizsaisonen, an Ihren vorhandenen Vorräten und an Ihren persönlichen Heizgewohnheiten.
Fällt der Winter milder aus, bleibt möglicherweise ein Teil des Brennstoffs für die nächste Heizsaison übrig. Bei sachgemäßer Lagerung muss das kein Problem sein.
Das Wetter können wir nicht beeinflussen. Wie wir uns darauf vorbereiten, schon.
Vielleicht erwartet uns ein milder Winter mit einigen kälteren Phasen. Vielleicht fällt auch dort wieder Schnee, wo er in den vergangenen Jahren selten geworden ist. Und vielleicht überrascht uns der Februar stärker, als es die Meteorologen heute vorhersagen können.
Gewissheit gibt es derzeit nicht.
Statt ständig die langfristigen Wetterprognosen zu verfolgen, ist es sinnvoller, den Wärmebedarf des eigenen Zuhauses zu kennen, die Heizanlage rechtzeitig vorzubereiten und den Vorrat an hochwertigen Brennstoffen an den tatsächlichen Bedarf anzupassen.
Denn ganz gleich, wie kalt der Winter draußen wird: Zu Hause soll es angenehm warm und gemütlich sein.
Und wenn es Zeit wird, wieder einzuheizen, ist Smart Green gerne für Sie da.
